Close Cookie Preference Manager
Cookie-Einstellungen
Mit dem Klick auf "Alle Akzeptieren" aktivieren Sie sämtliche Cookies auf unserer Website. Sowohl notwendige Cookies für den Betrieb der Website als auch zu Marketing- und Analyse-Zwecken verwendete Cookies.
Zwingend erforderliche Cookies (immer aktiv)
Notwendig zum Betrieb der Website.
Made by Flinch 77
Oops! Something went wrong while submitting the form.
Pfeil nach oben

Elterngeld: Grenze bei 150.000 Euro? Das musst Du wissen

Das Elterngeld soll ab 150.000 Euro Jahresbrutto entfallen. Doch was bedeutet die neue Grenze beim Elterngeld? Und wie kannst Du sie umgehen?

Anja Amend
Veröffentlicht am 
27.12.2023
Gründerin und Geschäftsführerin von Finanzerfahrungen.de
Elterngeld Grenze

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Sparhaushalt der Bundesregierung führt auch zu Budgetkürzungen beim BMFSFJ (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend). Konkret soll der dynamische Ausgabenposten Elterngeld dabei eingegrenzt werden, um dem Sparhaushalt gerecht werden zu können.
  • Das Elterngeld soll nach aktuellem Haushaltsentwurf ab 2024 nur noch für Eltern greifen, die ein zu versteuerndes Jahresbrutteinkommen von 150.000 Euro (gemeinsam) nicht überschreiten. Paare, die mehr als 150.000 Euro versteuern müssen, erhalten nach diesem Plan künftig kein Elterngeld mehr.
  • Ein weit verbreiteter Mythos ist, dass Paare ab einem Jahresbrutto in Höhe von 150.000 Euro kein Elterngeld mehr bekommen. Das ist jedoch falsch. Es handelt sich explizit um das zu versteuernde Jahreseinkommen. Werbungskosten bzw. andere absetzbare Kosten sind also abzuziehen.

<h2 class="heading_two"  id="Heading1"  data-headline="Das Elterngeld bisher im Überblick"><span class="first_id_number">1</span>Das Elterngeld bisher im Überblick</h2> 

Elterngeld gehört in Deutschland zu den Lohnersatzleistungen und soll dazu beitragen, dass sich junge Eltern in den ersten Monaten stärker um den Nachwuchs kümmern sollen, ohne zu große finanzielle Einbußen zu haben. Das Elterngeld beträgt mindestens 300 Euro monatlich und höchstens 1.800 Euro monatlich. Es ist abhängig vom Einkommen der Eltern und beträgt bei einem Paar mit geringem Einkommen bis zu 100% des vorherigen Einkommens bzw. bei Paaren mit hohem Einkommen bis zu 65% des vorherigen Einkommens. Übrigens: Das Mindestelterngeld erhalten alle, die nach der Geburt ihr Kind selbst betreuen und höchstens 32 Stunden in der Woche arbeiten, also greift es auch für Studierende, Hausfrauen oder Hausmänner und Eltern, die wegen der Betreuung älterer Kinder nicht gearbeitet haben.

Gezahlt wird das Elterngeld in Form des Basiselterngelds bis zu 14 Monate. Das sogenannte ElterngeldPlus läuft sogar bis zu 28 Monate, allerdings beträgt die Höhe dann auch nur die Hälfte des Basiselterngelds.

<h2 class="heading_two"  id="Heading2"  data-headline="Bisherige Elterngeldgrenze"><span class="first_id_number">2</span>Die Grenze beim Elterngeld gab es bereits</h2> 

Was nur wenigen bekannt ist, ist die Tatsache, dass es auch aktuell eine Einkommensgrenze für den Bezug von Elterngeld gibt. Allerdings liegt sie aktuell bei 300.000 Euro zu versteuerndem Einkommen für Paare bzw. getrennt Erziehende. Bei Alleinerziehenden liegt diese Grenze aktuell bei 250.000 Euro zu versteuerndem Einkommen (Quelle: BMFSFJ).

Diese Elterngeldgrenze ist nicht in der Breite bekannt, da sie sehr hoch angesetzt ist und daher nur wenige Eltern wirklich betrifft. Die breite Masse der Bevölkerung profitiert also vom Elterngeld in Höhe von bis zu 1.800 Euro monatlich.

<h2 class="heading_two"  id="Heading3"  data-headline="Ab 150.000 Euro kein Elterngeld mehr?"><span class="first_id_number">3</span>Ab 150.000 Euro kein Elterngeld mehr ab 2024?</h2> 

Durch den Sparhaushalt des Bundestags müssen die Ausgaben des Elterngelds abgesenkt werden. Das Elterngeld ist der höchste Ausgabenposten im Haushalt des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Daher bietet er auch das größte Sparpotential. Der aktuelle Haushaltsentwurf sieht vor, dass die zuvor bereits bestehende Elterngeldgrenze abgesenkt wird. Konkret sieht der Entwurf vor, dass Eltern und Alleinerziehende ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen in Höhe von 150.000 Euro kein Elterngeld mehr erhalten sollen.

Hätten Eltern mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen über 150.000 Euro zuvor also 1.800 Euro Elterngeld für 14 Monate erhalten, erhalten sie nun kein Elterngeld mehr. Damit fehlen diesem Paar immerhin 25.200 Euro. Das berücksichtigt noch nicht die fehlenden Altersvorsorgebeiträge, die während der Zeit ohne Tätigkeit ebenfalls nicht gezahlt werden.

Mit diesem Vorschlag will das Bundesministerium die Sparpläne des Finanzministers umsetzen. Die Einkommensgrenze betrifft statistisch nur wenige Paare und Alleinerziehende, allerdings sind insbesondere Paare in Ballungsgebieten von dieser Grenze betroffen.

Mythos: ab 150.000 Euro Brutto gibt es kein Elterngeld mehr

In vielen Beiträgen ist die Rede davon, dass Eltern oder Alleinerziehende bei einem Jahresbrutto über 150.000 Euro pro Jahr kein Elterngeld mehr erhalten. Doch das entspricht tatsächlich nicht der Wahrheit. Das Jahresbruttoeinkommen darf nicht verwechselt werden mit dem zu versteuernden Einkommen.

Während das Jahresbruttoeinkommen die reine Höhe des Einkommens darstellt, handelt es sich beim zu versteuernden Einkommen um die Bemessungsgrundlage für die Steuer. Werbungskosten und andere absetzbare Ausgaben sind also hiervon abzuziehen. Experten gehen davon aus, dass Paare ab einem Jahresbruttoeinkommen über 180.000 Euro von der Elterngeldstreichung betroffen sein werden.

Ob Du Elterngeldanspruch hast erfährst Du hier

<h2 class="heading_two"  id="Heading4"  data-headline="Elterngeld trotz höherem Einkommen"><span class="first_id_number">4</span>Wie Du trotzdem Elterngeld bekommen kannst bei einem höheren Einkommen</h2> 

Wie erwähnt geht es bei der Bemessungsgrundlage des Elterngeldes um das zu versteuernde Jahreseinkommen. Das bedeutet, wenn Du zwar ein höheres Jahresbruttoeinkommen erzielst (gemeinsam oder alleine), durch steuerlich abzugsfähige Kosten jedoch unter 150.000 Euro fällst, dann erlangst Du wieder einen Anspruch auf Elterngeld. Zu den abzugsfähigen Kosten gehören Wegstrecken zur Arbeit genauso wie Vorsorgebeiträge, Kosten für einen Zweitwohnsitz und weitere. Um sicherzugehen solltest Du Dich von einem Finanzberater und Steuerberater dazu beraten lassen. Häufig kann es reichen schon kleinere Kosten zu produzieren, um letztlich wieder unter die Grenze von 150.000 Euro zu versteuerndem Einkommen pro Jahr zu fallen.

<h2 class="heading_two"  id="Heading5"  data-headline="Ist die Elterngeldgrenze bereits final?"><span class="first_id_number">5</span>Ist die Elterngeldgrenze bereits final?</h2> 

Nein. Nachdem das Finanzministerium den Sparhaushalt kommuniziert hat, hat das Bundesministerium für Familien, Frauen, Senioren und Jugend eigenständig die Kürzungen vorgeschlagen. Diese Kürzungen sind auch im Haushaltsentwurf eingeflossen. Dieser Haushaltsentwurf muss jedoch erst von der Regierung beschlossen werden, ehe die Änderungen Realität werden. Konkret trifft es dann Eltern und Alleinerziehende ab 2024.

Im Rahmen der Verhandlungen zum Haushalt ist es also durchaus möglich, dass die Elterngeldgrenze noch einmal diskutiert wird. Das kann dann auch dazu führen, dass die Höhe nach oben korrigiert wird. Aktuell erhält der Vorstoß zur Absenkung der Grenze medial sehr viel Aufmerksamkeit. Auch eine Petition mit hunderttausenden Unterstützern ist bereits ins Leben gerufen worden.

<h2 class="heading_two"  id="Heading6"  data-headline="Bedeutung des Elterngelds für die Zukunft"><span class="first_id_number">6</span>Die Bedeutung des Elterngelds für den demographischen Wandel</h2> 

Deutschland verfügt seit Jahrzehnten über ein exzellent ausgebautes Gesundheitssystem. Für diverse Bevölkerungsgruppen, auch für Eltern, gibt es zahlreiche staatlich geförderte, bezuschusste oder finanzierte Programme. So auch das Elterngeld. Diese Unterstützungsform ist sozialpolitisch notwendig, um die anhaltende Überalterung der Bevölkerung einzudämmen. Die Geburtenrate in Deutschland nimmt sein Jahren ab und die arbeitende Bevölkerung schrumpft, weshalb die Bedeutung für Sozialleistungen wie das Elterngeld enorm hoch ist.

Eine niedrigere Elterngeldgrenze führt dazu, dass insbesondere Arbeitnehmer benachteiligt werden, die viel Zeit in ihre Karriere investiert haben. Diese Leistungsträger werden durch das fehlende Elterngeld möglicherweise abgeschreckt und sie verschieben die Familiengründung. In Extremfällen nehmen sie sogar Abstand von der Gründung einer Familie. Zusätzlich verliert Deutschland durch den wegfallenden Anreiz des Elterngeldes einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Leistungsträger, die nun vom Bezug des Elterngelds ausgeschlossen sind, könnten in Länder abwandern, die zwar ebenfalls kein Elterngeld zahlen, jedoch eine deutlich geringere Steuerbelastung aufweisen (wie zum Beispiel die Schweiz).

Heading

Die Einkommensgrenze für das Elterngeld sinkt

Nach aktuellem Stand wird das Elterngeld für Alleinerziehende und Paare ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 150.000 Euro komplett entfallen. Während die Grenze zuvor noch deutlich höher lag, werden nun zehntausende Paare vom Bezug des Elterngeldes abgeschnitten. Allerdings muss man genau hinsehen: es ist stets die Rede vom zu versteuernden Jahreseinkommen, nicht vom Jahresbrutto. Zusätzlich gibt es für Eltern auch die Möglichkeit Kosten anzusetzen, um wieder unter die Grenze zu fallen.

Nicht zuletzt ist die Herabsetzung der Einkommensgrenze noch nicht final entschieden. Sie ist im Entwurf des Haushaltsplans für 2024, muss aber noch final verabschiedet werden, bevor die Sparmaßnahme tatsächlich so umgesetzt wird.

Häufige Fragen

Wie gut ist die Beratung von Finanzdienstleistern wirklich?

Durch unsere eigenständig durchgeführten Tests geben wir Dir umfangreiche Einblicke in die Beratung von Finanzvertrieben. Wir zeigen Dir, wer wirklich unabhängig und umfangreich berät und wessen Finanzberatung noch Lücken aufweist.

Weitere Neuigkeiten rund um Finanzdienstleistungen und Finanzberatung findest Du in unserem Blog:

Finanzerfahrungen Loader